Berlin in den 20er Jahren — die Revue- und Tanzpaläste toben. Neue amerikanische Jazzrhythmen haben Europa erobert. Berlin steht Kopf. Die Stadt – und bald das ganze Land – pulsiert im Charlestonrhythmus. Auch der Tango und andere lateinamerikanische Klänge haben im Nu die Genusstempel der Hauptstadt eingenommen. Bis in die frühen Morgenstunden wird gesungen und getanzt. Komponisten kombinieren die neuen Rhythmen mit traditioneller deutscher Operettenmusik. Die musikalische Exotik spiegelt sich auch in einer nie gekannten Freizügigkeit der Texte wider. Diese integrieren nicht nur die absurden Wortspiele der DaDa-Avantgarde, auch mit einer Vielzahl frivoler Anzüglichkeiten untergraben und persiflieren sie konventionelle preußische Moralvorstellungen. |
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Die "Weintraubs Syncopators" waren eine der ersten deutschen Jazzkapellen. Zusammen mit dem Komponisten und Pianisten Friedrich Hollaender begleiteten sie Marlene Dietrich im UFA-Film Der Blaue Engel (1930). Sie sang "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" und wurde über Nacht zum Weltstar. Auch die Weintraubs Syncopators wurden Tonfilm- und Bühnenstars - und durch weitreichende Konzerttourneen in ganz Europa bekannt. Der Erfolg überdauerte die Weimarer Republik jedoch nicht. Die Band, die ausschließlich aus jüdischen Musikern bestand, erhielt nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten bereits 1933 in Deutschland Auftrittsverbot. So waren die Mitglieder gezwungen, Deutschland zu verlassen. Anderen bekannten Künstlern der Weimarer Republik gelang die Emigration nicht mehr - der Texter Beda starb im KZ. Durch das NS-Regime fand eine kulturell enorm produktive Epoche ihr jähes Ende. The Schlomo Weintraub Syncopators erweisen durch ihren Namen diesen deutschen Musikern, deren Kreativität und Weltoffenheit, ihre Hochachtung. |
Besetzung |
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| Christian Berndt Violine |
Isabella Terpstra Gesang, Saxophon |
Evelyn Helbig Piano |
Bertram B. Ohne Bass, Gitarre, Gesang |
Alexander Weber: Schlaginstrumente, Gesang |